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1 Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes

Taleinschnitt bei Marienthal in der Eifel mit Blick auf die Eingangsbauwerke des ehemaligen Regierungsbunkers unter dem Trotzenberg (rechts) und unter dem Kuxberg (links; Winter 2009).
Der gesprengte Tunnelmund des Trotzenberges im Taleinschnitt Marienthal 1952 mit den großen Betonklötzen (links im Bild), die im 2. Weltkrieg als zusätzlicher Schutz des Eingangsbereiches vor den eigentlichen Tunnelmund gesetzt wurden. Während die westlichen Zugänge von Trotzenberg und Kuxberg schon zu Zeiten der THW-Bundesschule ab 1953 geräumt wurden, blieben die östlichen Zugänge nach den Sprengungen durch alliierte Truppen, bei denen auch Deutsche aus der Region als Hilfsarbeiter eingesetzt wurden, bis 1959 verschlossen.
Vor Baubeginn im Zugangsbereich West des Kuxbergtunnels mit Blick zum Trotzenberg: Die Sprengtrümmer sind geräumt, die beschädigten Tunnelmünder mit Beton stabilisiert und der Platz auf dem Bahndamm vorbereitet für die künftige Großbaustelle. Noch herrscht Ruhe im malerischen Marienthal, doch schon bald werden 20.000 Arbeiter den größten Bunker Europas bauen. Im Berg wurde bereits gearbeitet: Die Firma Thyssen hatte die Aufgabe übernommen, alle Sprengstellen zu räumen und das Gebirge darüber zu stabilisieren.
Geheime Verschlusssache: Im Mai 1962 beginnt die Tormontage im Zugangsbereich Ost-Ost. Nach der Lieferung der beweglichen und festen Teile wurden diese unter Tarnnetzen auf die „Bodenplatte“ des Außenbauwerks abgeladen. Selbst beim Abtarnen seines Superbunkers zeigte sich der Bund großzügig: Ein Netz (von zweien in Ost) kostete 105.000 DM. Zum Vergleich: Der neue Mittelklasse-PKW (Opel Rekord) für die Bauleitung Marienthal brachte es auf rund 6.000 DM.
Das Führungsgerüst im Außenbauwerk 123 für das erste der beiden MAN-Tore steht. Beide Tore sind noch nicht mit Beton ausgegossen, rechts ist unter einem Tarnnetz das zweite Tor vor seiner Montage zu sehen. Die Schiene für das vordere Tor liegt bereits an ihrem Platz, Wagen und Tor sind aber noch nicht eingesetzt.
Die Baustelle am Ostrand des Kuxberges im Sommer 1962: Wie an allen vier Hauptzugängen wurden riesige Sichtschutzzäune errichtet. An deren oberen Rand sind die aufgerollten Tarnnetze zu sehen, die vor neugierigen Blicken aus der Luft schützen sollten. Im Hintergrund ist der einstige Verlauf der geplanten Eisenbahnstrecke über die Brücke zu sehen, an dessen rechten Rand eine Betonmauer als Abgrenzung steht – bis zum heutigen Tag.
Blick auf die Baustelle am Ostzugang im Sommer 1962.
Im September 1962 sind die Arbeiten an den äußeren Zugangsbauwerken fertig gestellt. Um die „nackten“ MAN-Tore sind Tonnen Beton und Stahl errichtet worden, in den stärksten Bereichen bis zu sieben Meter stark. Die Verbindung zum Haupttunnel fehlt noch. Anschließend verschwand der gesamte Bau unter Erde und wurden schnellwachsende Bäume angepflanzt. Selbst diese Maßnahmen waren bis ins letzte Detail geplant. Die Auswahl der Pflanzen, ihr Abstand in der Pflanzung, die Eigenschaften in Wuchs oder Wasserverbrauch – alles wurde berücksichtigt.
Baustelle im Taleinschnitt Marienthal mit Blick auf den Eingangsbereich West/Ost und das Tanklager Bauwerk 406 (rechts). Der Eingangsbereich Ost/West, von dem das Bild gemacht wurde, ist bereits fertiggestellt. Vor dem westlichen Hauptzugang fehlt noch das Außenbauwerk.
Blick auf die Baustelle und die Zufahrt (später Außentanklager 405): Beginn der bergmännischen Arbeiten war dort am 12. Februar 1962. Der 93 Meter lange Stollen wurde in 63 Tagen erstellt, wobei jede der täglich drei Schichten genau 0,5 Meter dem Berg abrang. Der Durchmesser maß schließlich 7 Meter und diente während des Innenausbaus der Bunkeranlage als Zufahrt für die Baufahrzeuge. Insofern ruhten die weiteren Arbeiten zum Tanklager, die erst im Sommer 1963 wieder aufgenommen wurden.
Arbeiten an der Bewehrung des Außentanklagers 405 im Sommer 1963 nach der Fertigstellung aller Bauwerke im Kuxberg, die größtenteils Mitte 1963 beendet wurden.
Arbeiten an der 60 cm starken Stahlbewehrung (Bauwerk 405).
Lieferung frei Haus: Nach Ende der Arbeiten im Innenteil wurde das Bauwerk 405 am Ende im Übergang zum Hauptstollen mit sieben Meter Stahlbeton verschlossen und bekam auch nach Außen seinen Abschluss. Abgeschlossen werden diese Arbeiten am 1. Dezember 1963. 1964 kommen die ersten Tanks.
In der Addition aller Einzeltanks wurden in 405 rund 380.000 Liter Kraftstoff – ausschließlich Heizöl - eingelagert. Das Außentanklager war über Rohre unter den Flurplatten mit den Innentanklagern verbunden. Die Kreisläufe für Dieselkraftstoff und Heizöl waren getrennt. Für Diesel gab es nur Innentanklager. Insgesamt wurde mehr als 1 Mio. Liter beider Betriebsstoffe eingelagert.
Anfang vom Ende. Dort, wo die Arbeiten beim Bunkerbau mit der Fertigstellung der Tanklager (im Bild West/Ost, Bauwerk 406) enden, beginnt Ende 2001 der Rückbau und macht so den Zugang zum Innenteil der Anlage möglich.
Alles muss raus: nach knapp 35 Jahren bewegen sich die Tanks wieder, diesmal bunkerauswärts (Außentanklager 406).
Frühjahr 2005: Links liegt der Eingangsbereich West/Ost (BW 201), rechts das Tanklager (BW 406), das während der Bau- wie auch Rückbauzeit Fahrspur für die Baufahrzeuge war. Auf dem Park- und Hubschrauberlandeplatz vor den Ein- und Ausgängen des Bunkers wurde während der Rückbauarbeiten zwischen Oktober 2001 und Dezember 2004 der Bauschutt gelagert. Ende Juli 2005 wird die kleine Werkstatt (weißes Haus links) vor dem Haupteingang im Zuge der Rückbauarbeiten im Außenbereich abgerissen.
Donnerstag, 8. September 2005: Die Arbeiten zum Schließen des Außentanklagers Bauwerk 405 haben begonnen. Damit wird dieser Teil der Anlage endgültig versiegelt.
Fast 10 Meter hoch sind die schweren Betonplatten, die den Zugang zum ehemaligen Tanklager verschließen. Weiter Richtung Bunkerinneren lag einst hinter einer sieben Meter starken Betonwand mit Bauwerk 294 die Zentralwerkstatt.
Eine Luftbildaufnahme auf den Bereich zwischen den Eingängen im Taleinschnitt Marienthal im Oktober 2005: Das Außentanklager 406 wurde durch Betonplatten verschlossen (weiße Fläche im rechten Bildteil). Vor dem Eingangsbereich Bauwerk 101 ist der Asphalt des Parkplatzes entfernt. Auch hier sind die Zugänge im rechten Eingangsbereich durch Betonplatten verschlossen. Auf dem Platz vor Bauwerk 201 lagern die Überreste der Abissarbeiten an den Außenbauwerken. Am linken Bildrand sind die Käfige der Wachhunde zu sehen. Dort standen während der Bauzeit die Unterkunftsgebäude für die Bauleitung. Der einstige Bahndamm verband bis 1961 auf direktem Weg die Tunneleingänge und war 30 Meter breit an der Sohle. Ein Tunnel ermöglichte das Passieren ins Tal auf der rechten Seite. Dieser Taleinschnitt wurde mit dem Abraum, der bei der Tunnelerweiterung anfiel, verfüllt. Darauf entstand u.a. die Weinanbaufläche im rechten Bildteil, der einstige Kratzenbach wurde unterirdisch kanalisiert. Als "Renaturalisierungsmaßnahme" wurden talaufwärts mehrere Fischzuchtteiche angelegt, um das Klima im Tal aufrecht zu "erhalten".
Zwischen den Eingängen im Taleinschnitt mit Blick auf den Eingang West (Bauwerk 201). Ab 1965 wurde am Bau dieses Teils der Anlage gearbeitet. Der Verbindungstunnel zwischen beiden Teilen samt Fahrstuhl war mit dem Ausbetonieren des Bunkerteils West bereits fertig.
Blick vom Eingangsbau Ost/West nach Marienthal: Rechts ist die "Bergstation" der extra für die Bauarbeiten am Regierungsbunker errichteten Seilbahn zu sehen. Sie sorgte für den Nachschub zwischen dem provisorischen Bahnanschluss Marienthal und dem zentralen Mischplatz zwischen den Eingängen Ost und West im Taleinschnitt. Die Schwebebahn war ca. einen Kilometer lang.
Auf dem ehemaligen Bahndamm zwischen den zwei Tunnelabschnitten lag die Baustelle, im Taleinschnitt darunter war die Bauleitung sowie der Sicherheitsdienst des BKA untergebracht. Das linke dieser Gebäude - es war die 1960 als erstes errichtete Barracke der Bauleitung - schützte eine schwarze Wand vor Beschädigungen durch Baumaterial, das aus der Schwebebahn herunter fiel. An dieser Stelle wurden später die Hundezwinger für die 25 Wachhunde errichtet.
Die Bunkerzugänge oben und die Unterkünfte der Wachmannschaften des BGS und des privaten Sicherheitsdienstes (im Winter 1990/91) unten in den Gebäuden, die damals für die Leitung und Koordinierung auf der größten deutschen Staatsbaustelle errichtet wurden. Die helle vordere Baracke diente dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung als Unterkunft. Der gesamte Komplex wurde 2003 und 2004 abgerissen.
Die Bauleitung räumte im Frühjahr 1972 die Gebäude, die dann vom Bundesgrenzschutz übernommen wurden. Sie verschwanden 2003, nachdem sich der BGS längst aus Marienthal zurückgezogen hatte.
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